Australische Kunst

Herbstlicher Alltag in Deutschland – Frühling in Australien

Die nun herbstlichen Tage in Berlin zeigen uns in der Australischen Botschaft, wo wir jeden Tag auch Kontakt zu unseren Kollegen im jetzt frühlingshaften Australien haben, wie gut sich unsere beiden Länder ergänzen.

Während hier nach einem schönen Sommer der Alltag mit vielen Veranstaltungen und Terminen eingekehrt ist, geht in Australien langsam der Blick auf die kommende Sommerzeit. Jedenfalls freuen sich unsere Kollegen in Canberra und an anderen Standorten in Australien jetzt schon über warme und sonnige Frühlingstage.

Das wird viele Menschen hier in Europa und gerade auch in Deutschland und der Schweiz bei Urlaubsplänen für die kommenden Monate auch an Australien denken lassen – und wir regen sie gern an, ihre Pläne auch umzusetzen und sich schon einmal unter www.australia.com auf Australien einzustimmen.

Unterdessen geht natürlich auch das Programm australischer Veranstaltungen – oder jedenfalls Veranstaltungen mit australischem Bezug und Inhalt – hier in Deutschland weiter. Zuletzt war ich in Halle an der Saale bei der Eröffnung eines sehr interessanten Projektes, bei dem internationale Künstler aus dem Bereich Neue Medien vorgestellt werden. Gemeinsam mit meiner Kollegin aus Kanada, Botschafterin Marie Gervais-Vidricaire, habe ich mir bei einem Festival mit dem schönen Titel moveON – new media art from Australia, Canada and Europe ein Bild von neuen Entwicklungen in innovativen Kunsttechniken machen können.

Aussenansicht des Veranstaltungsortes. Eröffnung des Werkleitz Festivals 2015. move ON (© Falk Wenzel)

Eröffnung des Werkleitz Festivals 2015. move ON (© Falk Wenzel)

Botschafter sitzt in der ersten Reihe bei der Eröffnungs des Werkleitz Festivals 2015 .move on (copyright Michel Klehm)

Bei der Eröffnungsrede des Werkleitz Festivals 2015 .move ON (© Michel Klehm)

Die verbleibenden Tage des Oktober werde ich nun teils wieder in Australien verbringen. Wie ich schon zuvor schrieb, findet in Canberra das nächste Treffen der Australia Germany Advisory Group statt, und ich freue mich, dass wir in der Runde erneut zusammenkommen und unseren Abschlussbericht vorbereiten können, der dann Bundeskanzlerin Merkel und Premierminister Turnbull vorgelegt werden wird.

Eine ereignisreiche Zeit

Zurück in Berlin, nach einigen Wochen in Australien zu verschiedenen Konsultationen, komme ich nun in den sehr aktiven Berliner Frühherbst, mit noch schönen Sonnentagen und vielen Veranstaltungen, mit denen das politische Leben nach der Sommerpause wieder aufgenommen wird.

Ein Höhepunkt dieser Tage wird für mich – wie für viele andere, die direkt oder indirekt über die Medien daran teilnehmen – die zentrale Feier zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt sein. Ich freue mich darauf, gerade zu diesem 25. Jahrestag mit hier in Deutschland dabei sein können und dort viele bekannte Gesichter wiederzusehen. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse in Deutschland wird es besonders interessant sein zu hören, was die führenden Politiker des Landes in ihren Ansprachen sagen werden.

Aber auch Australien hat in den letzten Wochen in Deutschland besondere Aufmerksamkeit bekommen: Unsere Botschaft war in mehrere wichtige kulturelle Veranstaltungen mit eingebunden, bei denen australische Filme, Kunst und Literatur vorgestellt wurden.

Das 5. Down Under Berlin Film Festival war mit einer breiten Plakatkampagne in diesem Jahr in der Stadt besonders präsent und konnte vor allem mit einigen engagierten Dokumentarfilmen Diskussionen über Themen anstossen, die in Australien ebenso wie in Deutschland im Blickpunkt stehen. Der bereits vielfach ausgezeichnete Film „Once My Mother“ über ein Flüchtlingsschicksal nach dem 2. Weltkrieg hat dabei den Publikumspreis bekommen.

Das Team von Down Under Berlin

Das Team von Down Under Berlin

Parallel dazu waren einige bekannte australische Autoren beim 15. Internationalen Literaturfestival in Berlin. Vor allem Richard Flanagan fand mit der deutschen Übersetzung seines mit dem Booker Prize ausgezeichneten Romans „The Narrow Road to the Deep North“ viel Resonanz.

Schließlich konnten wir in der Botschaft zur Berlin Art Week eine sehr spezielle Ausstellung eröffnen: Glaskunst aus Canberra, geschaffen von Künstlern, die an der Australian National University tätig sind. Der dort von dem aus Deutschland stammenden Klaus Moje begründete Workshop arbeitet seit längerem mit einer Partnerinstitution in Berlin zusammen, Berlin Glas. Die hochkarätige Ausstellung wird im Anschluss noch in Düsseldorf gezeigt werden.

Ein Beispiel unserer neuen Ausstellung mit Kunstwerken aus Glas

Ein Beispiel unserer neuen Ausstellung mit Kunstwerken aus Glas “Collaborative Endeavour”

Fotos der Künstler bei der Arbeit in der Berliner Glaswerkstatt

Die Künstler bei der Arbeit in der Berliner Glaswerkstatt

Auch im Oktober stehen in Deutschland einige Kunstfestivals an, bei denen australische Künstler mit dabei sein werden. Das bietet einen willkommenen Hintergrund für das nächste Treffen der Deutsch-Australischen-Beratergruppe (oder Australia Germany Advisory Group, wie wir sie nennen), zu dem ich Mitte des Monats erneut nach Canberra reisen werde.

Summer is coming to Berlin – but no break yet at the Embassy

Just in time for the winding down of the German parliament’s sitting period for its annual summer break, and the German school holidays which have already started in some of the federal states or Länder, sunny weather now looks likely to stay with us for a while in Berlin.

But before we at the Embassy join any summer recess, we took the opportunity to invite some guests along to a concert by a very well-established Australian youth orchestra, the Melbourne String Ensemble. As part of a broader tour of Germany, the MSE made a stop in Berlin to present an exquisite selection of string pieces from their repertoire in the Embassy’s central courtyard. In addition to works by Vivaldi and Haydn, Australian composers Richard Meale and Sarah Hopkins featured with attractive works, including unique sounds produced by the meanwhile famed ‘whirlies’, which might make you think of winds in the outback (for those interested in further background, please see Sarah Hopkins’s website).

The young musicians, led by conductor Fintan Murphy, were given a very warm welcome and applause for their wonderful and refined playing, and they clearly enjoyed the occasion – which also resulted in a nice group picture.

Group photo of the Melbourne String Ensemble in the Embassy courtyard showing the group with their instruments.

Ambassador Ritchie together with the Melbourne String Ensemble in the Embassy courtyard

Group photo of the Melbourne String Ensemble in front of the Brandenburg gate.

The Melbourne String Ensemble visiting Berlin – here in front of the Brandenburg gate

The audience at our MSE concert included my New Zealand colleague, Ambassador Rodney Harris, and we thus had the opportunity to jointly reflect again on a week which had seen another major event for us – the visit to Berlin by H.M. Queen Elizabeth II. We had both attended a garden party hosted in her honour by the British Ambassador, Sir Simon McDonald, and other Australians in Berlin were involved in her visit in an even more direct way, namely Stanley Dodds and Matthew McDonald of the Berlin Philharmonic Orchestra, playing for her at Schloss Bellevue in a special line-up formed for the occasion, the Commonwealth Quintet.

Group photo of the Commonwealth Quintet of the Berliner Philharmoniker at the State Banquet for Queen Elizabeth II. The Queen is also pictured.

The Commonwealth Quintet of the Berliner Philharmoniker at the State Banquet for Queen Elizabeth II.

Now we are looking forward to some further busy days, with Australian Finance Minister Mathias Cormann and a business delegation visiting next week for the first joint meeting of the Australia-Germany Advisory Group. His visit and the meeting will surely keep up the momentum in our bilateral relationship beyond any summer break.

Touch Football und die Sydney Dance Company – eine sportliche Woche liegt hinter mir

Diese Woche möchte ich über einen australischen Sport schreiben, der mich sehr begeistert: Touch Football. Australienfans haben sicher schon davon gehört. Die Ballsportart kommt aus Australien, ist dort sehr beliebt und wird gerne von allen Generationen gespielt. Touch Football ist ein sehr schneller und strategischer Sport, ein bisschen wie Rugby, aber ohne harten Körperkontakt.

Am 29. April beginnt die diesjährige Touch-Football-Weltmeisterschaft in Coffs Harbour, Australien. Ich bin sehr stolz darauf, sagen zu können, dass Australien amtierender Weltmeister ist. Genauso sehr freue ich mich aber darüber, dass der Sport inzwischen international immer weiter wächst.

Deutschland ist ebenfalls bei der Touch-Weltmeisterschaft vertreten – darunter auch Spieler der Berlin Bears. Letzte Woche traf ich mich mit einigen Teammitgliedern der Berlin Bears, um ihnen viel Glück für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft zu wünschen. Ich bin mir sicher, dass sie sehr erfolgreich sein werden und wünsche ihnen eine tolle Zeit in Australien.

Botschafter Ritchie auf einem Gruppenfoto mit vier Spielern der Berlin Bears. Der Botschafter steht in der Mitte und hält einen Touch Football in der Hand.

Die Berlin Bears zu Gast in der Botschaft

Die Berlin Bears haben ca. 20 aktive Spieler –dazu zählen auch viele Australier, die gerade in Berlin wohnen. Neue Mitglieder sind natürlich immer herzlich willkommen. Wer auch einmal ausprobieren möchte, ob Touch der richtige Sport ist, kann bei einem Training vorbeischauen. Genauere Informationen finden sich auf der Facebook Seite der Berlin Bears. Im Frühling ist es besonders schön, dass das Training unter freiem Himmel stattfindet und jeder die Möglichkeit hat, flexibel daran teilzunehmen.

Die Berlin Bears überraschten mich bei ihrem Besuch übrigens mit einem tollen Geschenk – einem eigenen Touch Football. Vielen Dank! Nun können wir uns in der Botschaft auch in der Mittagspause sportlich betätigen.

Eine oft auch sehr sportliche, aber ganz anders geartete Sache ist moderner Tanz, und die Sydney Dance Company hat dafür am letzten Wochenende in Wolfsburg ein ganz wunderbares Beispiel gegeben. Die Company hat dort das Movimentos-Festival mit der Europapremiere ihrer eindrucksvollen Show „2 One Another“ eröffnet, und das Publikum hat dafür minutenlang stehend Applaus gespendet. Es war auch für mich und meine Familie eine schöne Wiederbegegnung mit der Gruppe – wir haben sie früher oft live in Canberra und Sydney erlebt. Ein Besuch lohnt sich!

Botschafter Ritchie umringt von den Mitgliedern der Sydney Dance Company beim After-Show Empfang in Wolfsburg

Beim Aftershow-Empfang in Wolfsburg mit dem Ensemble der Sydney Dance Company

Australia in Berlin

In unserer Botschaft finden regelmäßig Veranstaltungen zu relevanten politischen, wirtschaftsbezogenen und kulturellen Themen statt. Letzten Donnerstag zum Beispiel hatte ich als Gastgeber das Vergnügen, unsere aktuelle Gruppenausstellung „Australia in Berlin“ Gästen aus dem Kunst- und Kulturbereich vorzustellen. Die Ausstellung im Foyer der Botschaft, die zum australischen Nationalfeiertag im Januar eröffnet wurde, zeigt eindrucksvoll den Beitrag, den Australier zum kulturellen Leben in Berlin leisten. Kuriert wurde die Ausstellung mit Hilfe zweier australischer Galerien hier in Berlin – Galerie Pavlova und Michael Reid Berlin.

Botschafter Ritchie steht neben den Kuratoren der Austellung und der Stipendiatin des Künstlerhaus Bethanien vor den Bildern und begrüßt die Gäste. Insgesamt sind vier Leute auf dem Bld zu sehen.

Begrüßung der Gäste zusammen mit den Kuratoren Michael Dooney und Natalie Bergschwinger sowie Elizabeth Willing, Stipendiatin des Künstlerhaus Bethanien

Bei einem Glas Wein hatten wir Gelegenheit, den Ko-Kurator Michael Dooney von der Berliner Galerie Pavlova zu seinem Ausstellungskonzept zu hören, das die vielfältige und dynamische Kunstszene Australiens widerspiegelt. Im Anschluss sprach die derzeitige australische Stipendiatin des Künstlerhaus Bethanien Elizabeth Willing sehr inspirierend über ihre Arbeit und ihren Berlinaufenthalt – und über die Vorzüge von Schmelzkäse als Arbeitsmaterial für ihre „food art“. Wir haben einen anregenden Abend verbracht und uns über zahlreiche interessante Kunstprojekte ausgetauscht, ich freue mich wirklich sehr, dass wir als Botschaft die Möglichkeit haben, jungen und aufstrebenden Künstlern eine Plattform zu bieten und sie nach Kräften zu unterstützen. Die aktuelle Ausstellung kann man übrigens noch bis Mitte April während der Öffnungszeiten in der Botschaft anschauen.

Michael Dooney von der Galerie Pavlova spricht über das Konzept der Ausstellung. Er steht vor den Bildern. Neben ihm stehen Elizabeth Willing und Natalie Bergschwinger

Michael Dooney von der Galerie Pavlova spricht über das Konzept der Ausstellung

Außerdem freue ich mich schon auf das heutige Länderspiel zwischen Australien und Deutschland. Auch der Socceroos-Schal liegt natürlich schon bereit. Mein Kollege und Stellvertreter Thomas Roth hat sogar das Glück, beim Live-Spiel in Kaiserslautern dabei sein zu können. Mal sehen, ob der Asien-Meister den amtierenden Weltmeister schlagen kann. Go the Socceroos!!